copyright 2009 Drescherverein Emersacker e.V.
Die Geschichte der
Dreschmaschine
Georg H. Brodt nach Dr. Klaus
Herrmann: "Pflügen, Säen, Ernten"
Nicht immer erfolgte die Einführung segensreicher Erfindungen auf friedlichem Weg. So kam es 1830/31 in England zu einem Aufstand der Landarbeiter, dem über 400 Dreschmaschinen zum Opfer fielen. Der Unmut der Drescher hatte sich in einem Maschinensturm gegen jene Maschinenart entladen, die ihnen die Winterarbeit raubte. Dem zumeist von Veteranen aus den napolionischen Kriegen getragenen Aufruhr blieb freilich der Erfolg verwehrt: 19 Aufrührer wurden hingerichtet, 481 als Gefangene nach Australien transportiert. Ende des 18. Jahrhunderts baute der Schotte Endrew Meikle die erste brauchbare Dreschmaschine nach dem sogenannten Schlagleistenprinzip, bei dem das Korn durch auf der Dreschtrommel angebrachter Leisten aus den Ähren geschlagen wird, eine Technik, die übrigens noch bei den heutigen Mähdreschern Anwendung findet. Der von dem Amerikaner Samuel Turner erfundene 1831 erfundene Stiftendrescher arbeitete zwar effektiver, beschädigte jedoch in grösserem Umfange die Körner. Während man erstere als Breitdrescher bezeichnet (die Garben werden parallel zur Trommel eingelegt), spricht man bei Stiftendreschern von Langdreschern, d.h. das Getreide wird im rechten Winkel der Trommel zugeführt. Bis zu dieser Zeit musste aber noch immer buchstäblich die Spreu vom Weizen mittels Windfege oder dergleichen getrennt werden,vom Weizen mittels Windfege oder dergleichen getrennt werden,
bis 1834 den amerikanischen Brüdern Pitt der große Wurf gelang: Drusch und Körnerreinigung fanden nun in einer Maschine statt. Die ersten Dreschmaschinen wurden von Hand angetrieben. Diese Arbeit war sehr anstrengend, weshalb man sie mancherorts auch als "Schinderhannes" bezeichnete. Größere Anforderungen an Leistung und Qualität machten schon bald eine andere Antriebsart erforderlich. Wieder waren es die Engländer, die auf ihren großen Gütern den Göpel als Kraftmaschine einsetzten. Damit wurde auch die für eine einwandfreie Arbeit erforderliche Trommeldrehzahl von ca. 1000 Umdrehungen pro Minute erreicht. In Deutschland fand diese Technik gelegentlich noch bis in die 1920er Jahre Anwendung (bekanntester Hersteller von Göpeln war übrigens Heinrich Lanz/Mannheim). Schon früh haben wiederum die Engländer mit "Dampf" experimentiert. So liess sich W. Lester eine fahrbare Dampfdreschmaschine patentieren. Doch die Unruhen in den folgenden 30er Jahre hemmten diese Entwicklung zwar ganz erheblich, konnten sie jedoch insgesamt nicht aufhalten. Mit dem Bau grösserer Maschinen war diese Antriebsart solange unentbehrlich geworden, bis sie schliesslich von anderen, wie Elektroresp. Verbrennungsmotoren, zu Anfang dieses Jahrhunderts abgelöst wurde. In Deutschland wurden die Dreschmaschinen im wesentlichen in den 1950er Jahren von den Mähdreschern verdrängt.
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